Pinke Schafgabe
Frauenheilkunde,  Heilkräuter,  Sommerheilkräuter

Die Schafgarbe – Wiesenkönigin & visionäre Heilerin

Achillea millefolium. Tausendblatt, Zimmermanskraut, Frauenkraut, Blutkraut sind nur einige Bezeichnungen unter welchen das Heilkraut bekannt ist. Garbe (gerbe) kommt aus dem althochdeutschen und bedeutet Gesundmacher. 

Soldatenkraut

Die Schafgabe war in früheren Zeiten auch unter dem Name „Heil der Welt“ bekannt. Der lateinische Name geht auf den griechischen Held Achil zurück. Schafgarbe hat eine wund- und entzündungshemmende sowie blutstillende Wirkung. Es kam deshalb auch schon in im alten Rom bei Schlachten sowie Kriegen zum Einsatz um verwundete Kämpfer zu verarzten und ihre  Blutungen zu stillen. Auch der geläufige Name Zimmermanskraut weist auf diese blutstillende sowie wundheilende Wirkung hin. Wenn sich Zimmermänner bei der Arbeit verletzten, leistete der Saft der Blätter ebenfalls Abhilfe und vermied, dass die Wunde sich entzündet. Probier es einmal selbst aus und pflücke ein paar Blätter auf einer Wiese. Zerreibe sie zwischen den Fingern und tröpfle den heraustretenden Saft auf eine Stelle, wo du dich z.B. geschnitten hast. Es wirkt Wunder. Nicht umsonst trägt die Schafgarbe auch den Name Jod der Wiese.

In Verbindung mit Sonnenlicht kann es beim Kontakt mit der Schafgarbe teilweise zu Hautreizungen (Wiesendermatitis) kommen. Wenn du zu empfindlicher Haut neigst, teste, in dem du ein Blatt pflückst, wie deine Haut darauf reagiert. Pflücke bei Überempfindlichkeit zur Sicherheit mit Handschuhen.

Die zarten Blätter der Schafgarbe die scheinbar unzählig gefiedert sind (Tausendblatt!) werden liebevoll auch Augenbraue der Venus genannt, da sie eine biegende, ovale Form haben, die tatsächlich an eine Augenbraue erinnert. 

Die weiß und zartrosa gefärbten Blüten (sie tauchen auch in pink und gelb auf) der Schafgarbe wachsen zwischen Mai und September und können mit den Blättern gepflückt werden. Für mich strahlt die Schafgabe etwas Erhabenes aus und erinnert mich an eine stolze Wiesenkönigin.

Die Schafgarbe enthält unter anderem Gerbstoffe, ätherische Öle, Kieselsäure und Bitterstoffe. 

In der Frauenheilkunde ist die Schafgarbe schon lange für ihre Krampflindernde sowie zusammenziehende Wirkung bekannt. Sie kann bei Menstruationskrämpfen sowie PMS helfen und wirkt durch Hormon ähnliche Inhaltsstoffe Zyklus regulierend. Dies erklärt auch die Herkunft der Namen Frauenkraut und Mutterkraut. 

Durch die enthaltenen Bitterstoffe ist die Schafgarbe zudem wirkungsvoll bei Magen-Darm Leiden. Sie wirkt appetitanregend und kurbelt die Produktion von Magensaft sowie die Gallenfunktion an. Generell können z.B. im Frühling einige junge Blätter Schafgarbe in den Salat gegeben werden um das Immunsystem zu stärken und den Körper zu entsäuern. Sie haben ein würzig herbes Aroma.

Der Schafgarbe wirkt außerdem Herz- und Nerven stärkend.

Brauchtum & Zauber

Die Schafgarbe soll böse Geister fernhalten und den Menschen Glück sowie Gesundheit verheißen.  Unterschiedliche Brauchtümer in denen Kränze und Blumensträuche aufgehangen sowie geweiht wurden um diese Wirkungen zu bekräftigen, finden sich in in Büchern und Überlieferungen. Z.B. zur Maria Himmelfahrt und am Johannistag. Es gibt auch Zauber, die mit der Schafgarbe in Verbindung stehen. Wenn man wissen wollte ob der Liebhaber einen wirklich liebt, kitzelte man mit einem Blatt etwas in der Nase und sagte folgenden Spruch auf: „Garbe, oh Garbe, bei diesem sanften Hieb Nase, so blute, wenn mein Schatz mich liebt“.

Wesen – Visionäre Heilerin 

Die Schafgarbe stärkt die Intuition, Wahrnehmung & Hellsichtigkeit. Sie soll Fokus verleihen und dabei helfen Visionen in die Umsetzung zu bringen. Sie trägt deshalb auch den wundervollen Namen visionäre Heilerin. 

Die Wurzel der Schafgarbe wurde bei Germanen & Kelten als Talisman um den Hals getragen um ebenfalls in der Visionssuche zu unterstützen und verlieh Hellsichtigkeit.

Die Schafgarbe ist zudem als Orakelpflanze bekannt. Bei den Kelten wurde die getrocknete Pflanze genutzt um das Wetter vorauszusehen und die Zukunft vorauszusagen. Auch im alten China benutzte man sie zu Orakelzwecken. 

Sie hilft und unterstützt Übergangszeiten im Leben (auch im Übergang zur Menopause)  leichter zu durchlaufen , Entscheidungen zu treffen, sich abzugrenzen und verleiht in schwierigen Situationen die nötige Handlungs macht. Außerdem stärkt sie den Kämpfergeist. 

Rezepte

Tee bei Menstruationskrämpfen

Auf eine 1-2 Handvoll Blüten einen viertel Liter kochendes Wasser gießen. 8-10 Min. zugedeckt ziehen lassen. Abseihen und auf den Tag verteilt 3 Tassen davon trinken. Am Besten präventiv schon vor der Periode mit dem Tee trinken beginnen. 

Sitzbad

  • 50 g Schafgarbe
  • 50 g Kamillenblüten
  • 1 Liter Wasser

Blüten mit heißem Wasser übergießen. 10 min. ziehen lassen und durch ein Sieb den Blütenaufguß in das Badewassser gießen. Bitte prüfe vorher, ob das Wasser nicht zu heiß ist. Du solltest bis zum Bauchnabel im Wasser sitzen. Hilft bei Menstruationskrämpfen und entspannt. 

Körperöl

So viel Schafgarbenblüten wie du hast mit einem guten Öl in einem Glasgefäß aufgießen (Jojoba-, Mandel- oder auch Olivenöl), sodass die Blüten großzügig mit dem Öl bedeckt sind. Mit einem Deckel verschließen und ca. 3 Wochen an einem sonnigen Ort ziehen lassen. Abseihen und zur Körperpflege verwenden. Das Öl hält sich etwa 1 Jahr. Du kannst das Öl natürlich weiter zu einer Creme oder Salbe verarbeiten und ein ätherisches Öl deiner Wahl hinzugeben.

 

Dies ist eine mehrteilige Reihe zu Sommerheilkräutern. Beim nächsten Mal erfährst du etwas zum Johanniskraut, seiner Wirkungsweise, über Brauchtümer in Verbindung mit dem Johanniskraut, seine Wesensart und wirkungsreiche Rezepte. Schreib mir gerne, wenn du möchtest, dass ich einen Blogartikel zu einem Sommerheilkraut, das du besonders magst, schreiben soll. 

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